Unsere Anfänge

Frauen ohne Geschichte? Früher hatten Frauen in der Schule, in der Öffentlichkeit und lange Zeit auch in der Geschichtswissenschaft nichts verloren. Das Geschichtsbild, das vermittelt wurde, war das von mächtigen Männern und ihren «grossen» Taten. Frauen durften, wenn überhaupt, als Stütze des Mannes eine Nebenrolle einnehmen. Pionierinnen der Frauen- und Geschlechtergeschichte setzten sich zum Ziel, dies zu ändern. Sie holten die Frauengeschichte aus dem akademischen Elfenbeinturm heraus und trugen sie mit Frauenstadtrundgängen auf die Strasse. Zwei Kölner Historikerinnen waren es, die das neue frauengeschichtliche Format an der 5. Historikerinnentagung in Bern (1988) anregten. Ihr Ziel: die Geschichte neu zu verorten und sich den öffentlichen Raum anzueignen. Das Projekt stiess in der Schweiz auf ein grosses Echo. Im Sommer 1990 boten Basler Historikerinnen den ersten Frauenstadtrundgang öffentlich an – mit Erfolg! Weitere Schweizer Städte zogen nach: So Zürich 1991, dann Luzern, Freiburg, Zug, Winterthur, Aarau und Baden. Zur 150-Jahrfeier des schweizerischen Bundesstaates im Jahr 1998 schlossen sich Frauenstadtrundgänge in neun verschiedenen Städten zum Verein femmestour zusammen und boten als offizielles Jubiläumsprojekt Rundgänge an, die den Beitrag der Frauen zur Gründung der modernen Schweiz beleuchteten. Heute sind die einzelnen Städte in einem lockeren Netzwerk verbunden.

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Weiteres zur Vereinsgeschichte

Ursina Largiadèr: Sie ist da – da und da! Von DADA, Kunst und Geschlecht. In: RosaRot: Zeitschrift für feministische Anliegen und Geschlechterfragen 50 (2016), S. 54-55.

Ursina Largiadèr: Ehre, wem Ehre gebührt: der Frauenstadtrundgang Zürich schafft Gedächtnisorte für Frauen. In: Rosa: Zeitschrift für Geschlechterforschung 30 (2005), S. 38-39.

Jeannette Egli: Wo sind die Frauen geblieben? FemmesTour '98. In: Rosa: Zeitschrift für Geschlechterforschung 16 (1998), S. 31-32.

Olivia Hochstrasser: Mit Geld, Geist und Geduld. Frauen und ihre Geschichte zwischen Helvetik und Bundesstaat. In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte 48 (1998), S. 552-554. (Rezension des gleichnamigen Buches)

Gwen Edith Kiesewalter: Touristin in der eigenen Stadt – Historische Stadtrundfahrten für Frauen in Köln. Ein Erfahrungsbericht. In: Regula Ludi, Ruth Lüthi, Regula Rytz (Hg.): Frauen zwischen Anpassung und Widerstand. Beiträge der 5. Schweizerischen Historikerinnentagung. Zürich 1990, S. 123-131.

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